Urlaub in Deutschland ist in diesem Jahr on Vogue, wenn man den Medien glauben darf. Die Strände sind angeblich überfüllt und der Nordschwarzwald ist ausgebucht. Wenn man Vogue.de aufruft, findet man allerdings nichts zum Thema Urlaub zu Hause, deshalb habe ich die Seite auch ganz schnell wieder zu gemacht. Vogue ist ein andere Welt.

Das einzige, was für uns gesetzt war in diesem Jahr, das war das Bodenseeschifferpatent. Was wir aber mit dem restlichen Urlaub anfangen wollten war lange offen. Wir wären gern wieder einmal an die dänische Nordseeküste gefahren, oder noch einmal nach Usedom, oder auch Südfrankreich. Als dann der Urlaub näher rückte, die Preise für Unterkünfte durch die Wolken schossen, die Infektionszahlen wieder stiegen und unsere Lust von 10 Tagen gleich 2 im Auto zu verbringen gegen Null ging, da fiel uns Mama’s Buch „52 kleine & große Eskapaden im Schwarzwald“ in die Hand. Dann fragten wir uns, was ist der wahre Unterschied zwischen einem Urlaub in der Ferne und einem zu Hause. Für uns reduzierte es sich auf das Gemuddel. Essen zubereiten, Wäsche waschen, etc. Aber das kann man ja einfach sein lassen. Wir können im Kreuz hier in Kappel frühstücken, wir können jeden Tag Essen gehen und wir können auch hier jeden Tag Ausflüge machen oder uns ins Strandbad legen. Das einzige, das wir vermissen werden ist das Rauschen der Wellen und der Sonnenuntergang am Meer. Wenn der Nordschwarzwald ausgebucht ist, dann wohnen wir ja quasi am Rande eines Tourismusmagneten.

Jetzt sind wir schon den dritten Tag zu Hause und heute Morgen schaffe ich es das erste mal etwas zu schreiben.

Am Freitag haben wir im Kreuz gefrühstückt. Ich habe mein Fahrrad abgeholt und im Hexenwald ausprobiert. Die Strecken waren staubtrocken. Und so ein Drahtesel hat auch seine Seele und merkt natürlich sofort, wenn sein Reiter Angst hat. Und so bin ich dann auch unfreiwillig über den Lenker in den Staub gestürzt.

Schleifen im Hexenwald

Am Abend haben wir es noch in das Standbad geschafft.

Gestern unsere erste Eskapade: Der thyssenkrupp Testturm bei Rottweil. Zwölf Fahrstuhlschächte zum Testen der neuesten Erfindungen von thyssenkrupp. Ein Ausflug in die Gegenwart. Wer glaubt, das Fahrstühle immer noch an Seilen hängen und Gegengewichte brauchen lebt im Gestern. Moderne Fahrstühle werden von Elektromagneten angetrieben und fahren 65 km/h. Der letzte Schrei ist nicht on Vogue zu finden, sondern im Schwarzwald. Ein Fahrstuhl, der sowohl vertikal als auch horizontal fahren kann. Im einfachsten Fall ein Paternoster, im komplizierteren Fall ein Labyrinth.

Dort genießen wir den Ausblick

Westen
Wieder unten

Am Nachmittag noch einmal in den Hexenwald den Drahtesel zu zähmen. Dieses mal lege ich mein Gewicht weit nach hinten und vor allem öffne ich die Dämpfersperre und siehe da, der Drahtesel kommt in den Flow und lässt sich cool den Hang hinab führen.

Der Abend klingt genüßlich in der Trattoria am Schabentor aus. https://www.enoteca-freiburg.de

Maria, ihm schmeckts nicht

Zwei schöne Urlaubstage liegen hinter uns.

Comments are closed