Ich habe die Zeit vergessen, ich bin müde und habe einen leichten Druck im Kopf, wie von einem Overnighter. Gefeiert haben wir, aber keine Feier sondern die Ankunft in Cuxhafen nach unserer ersten Nachtfahrt.

Vor zwei Tagen haben wir in Freiburg abgelegt und sind relativ gut und schnell nach Hamburg gekommen. Raffi hatte seinen Impfkater dabei. Der Impfkater hatte keine Lust auf Hamburg, so sind wir zu viert mit der Fähre in die Stadt, vorbei am Containerhafen.

Die Zähne putzen wir uns vorn übergebeugt in die Elbe. Vorbeugen ist besser als Zahnpasta auf den Schuhen. Die Fähren schaukeln uns in den Schlaf. Gegen 11:00 kommt unser Skipper an Board. Wir bekommen unsere Sicherheitseinweisung und machen alles klar zum Ablegen.

Sicherheitseinweisung

Unser erster Schlag führt uns nach Glückstadt die Elbe runter. Und so kreuzen wir uns den Weg bei gutem Nordwestwind vorbei an Blankenese und von dem einen und anderen Containerschiff überholt.

Die Wenden sind Kräftezehrend für uns Städter. Immer wieder muß das Vorsegel auf die andere Seite. So breit ist die Elbe dann doch nicht. Wir machen gute Fahrt durchs Wasser und die Strömung schiebt von hinten. Schnell wird aber klar, wenn wir nach Helgoland wollen, dann müssen wir Nachts bei der nächsten Flut nach Cuxhafen fahren sonst schaffen wir es am Freitag nicht nach Helgoland.

Glückstadt hinter der Schleuse

Um 22:00 Uhr gehen wir zu Bett, um bis 01:00 Uhr etwas Schlaf zu bekommen. Gegen 01:00 Uhr legen wir ab. Unser Motor schiebt uns mit 6 kN die Elbe runter und die Strömung schiebt wieder. Jetzt machen wir fast 10 kN Fahrt über Grund. Wir orientieren uns an den Fahrwassertonnen mit Ihren Feuern. Die Kennungen verraten uns um welche Tonnen es sich handelt. Was von weiten als heller Weihnachtsbaum erscheint ist in der Nähe ein Ankerlieger. Entgegenkommende Schiffe erkennt man zuerst auf dem Kartenplotter am AIS. Die Positionslichter sieht man erst sehr spät. Die sehen aber dann auch genauso aus wie im Lehrbuch. Morgens 5:30 vor Sonnenaufgang erreichen wir Cuxhafen. Kein Ankerplatz ist mehr frei. Also liegen wir Päckchen Boot an Boot. Aus Schlaf wird nicht viel, die Fender knirschen and der Außenwand.

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