Endlich P-Day. Gestern haben wir nochmals fleißig geübt. Auch die Jungs sind Rettungsmanöver gefahren.

Beide haben die Junioren Prüfung bei Tom bestanden. Raffi war so erschöpft, dass er dann am Abend die zweite Halbzeit des Bayernspiels verpennt hat.

So sind wir dann das vierte mal in dieser Woche zum Hafen runter. Der Prüfer drehte schon seine Runde mit einem Motorboot. Wir Segler waren als nächstes dran. Bei der Anzahl von Kandidaten hat das bestimmt gedauert bis alle durch waren.

Wir hatten Glück, wir hatten einen sehr erfahrenen und humorvollen Prüfer. Kaum aus dem Hafen, durften wir auch schon losgehen.

Hier gedanklich eine Nacht einfügen, ein Stich (aufspiesser, wird von Lee aus gen Luv gefahren) von Klärchen hat mich außer Gefecht gesetzt. Ich habe sogar das Abendessen im Kreuz geskipped.

Frühstück in Kappel
Einer ist meistens happy

Es ist Freitag Morgen, die Sonne scheint in Kappel. Ich sitze auf unserer Terrasse bei einer Tasse Kaffee.

Lone star pot

Kann mal jemand die Terrasse festhalten? Es schwankt immer noch. Nein, ich bin seit gestern trocken. 😀

Zurück zum Prüfer. Nachdem die Segel oben waren und wir das erste Mal diese Woche etwas Wind hatten, war das erste Manöver dran: Rettungsmanöver mit der Halse. Tom’s Einwand von wegen Hafeneinfahrt und dort kommt ein Schiff ward mit dem Kommentar bei Mann über Bord sei das egal schnell überstimmt. Fender raus, schön dicht an die pinke Boje, die da so unmotiviert rumlag und los gehts. Bei Annäherung an die Fender im Wasser hatten die sich schon auf den Weg zur pinken Boje gemacht. Selbsterhaltungstrieb. Nur war jetzt kein Platz mehr für den Aufreißer nach Luv. Ich treffe die falsche Entscheidung und muß abbrechen. Spätestens jetzt ist klar, die Prüfung wird kein Zuckerschlecken. Meine Anweisung: “Manöver abbrechen” wird mit humorvoller Schelte quittiert. Beim zweiten Mal hat der Wind seine Arbeit getan und die Fender weiter Richtung Hafen getrieben. Diesmal kein Problem. Jetzt dürfen auch endlich Hektor und Birgit ran. Nach dem Halsen und der ersten Wende war ich wieder dran. Ich sollte einen Vollkreis fahren. Tom war schon voll im Prüfungsmodus und schmiss den Fender über Bord. Da war es wieder: mein Dilemma. Erst die Fender retten und dann den Vollkreis? Oder erst den Vollkreis für den Prüfer und den Fendern die Abkühlung gönnen? Der Logik der Schelte beim Abbruch folgend wären erst die Fender dran und dann der Vollkreis. Der Prüfer besteht auf den Kreis. OK, Vollkreis über Steuerbord. Mit Wind richtig Cool, das Boot bekommt Krängung. Hektor darf dann die Bojen rausfischen. Das Boot auf den Backbordbug legen, dann noch beiliegen und wir sind mit dem Segeln durch. Zum krönenden Abschluss stampft Poseidon seinen Dreizack auf den Cockpitboden und wir dürfen Knoten machen. Alle Hände zittern 🥶, das Knoten wird zur Herausforderung. Alles bestehen. Poseidon geht von Bord und wünscht allzeit gute Fahrt.

Birgit bekommt von Tom den Ritterschlag: “Birgit, Du hast heute die beste Prüfung gefahren!”

Wir begleiten Tom bei strahlend blauen Himmel nach Meersburg und machen das erste Mal richtig Fahrt diese Woche.

Ich sitze mit einem Prüfungsbier am Bug und lasse mich von Klärchen stechen.

Stichpunkt

Nach dem von Bordgehen bin ich erst einmal zu nichts mehr zu gebrauchen. Birgit übernimmt das Steuer. Die Buben schnell mit Pizza füttern. Das kalte Wasser im Waschraum der Pizzeria bringt etwas Linderung. Ich kann den Geruch von Essen nicht ertragen und lehne mich in einer Gasse mit Wind im Schatten an die Hauswand. Auf Schleichwegen lassen wir uns zurück nach FN bringen. Von dort per Navi nach Hause. Der Schlaf im kühlen Auto wirkt Wunder.

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