Um die Thunfischauktion im Tokioter Fischmarkt mitzuerleben geht man am besten erst gar nicht schlafen. 3 Uhr morgens werden die frisch gefangenen und die eingefrorenen Thunfische aus aller Welt meistbietend versteigert. Eingefrorener für 25 bis 50 Euro das Kilo und frischer Thunfisch für 50 bis 80 Euro das Kilo. Einzelne Fische können auch für wesentlich mehr über den Tisch gehen. Aber drei Uhr morgens war uns mit den Buben zu frühspät. Wir hatten stattdessen ein super europäisches Frühstück mit Kaffee und Orangensaft und eine echte Tokioter U-Bahnfahrt. Es ging niemand mehr in die Bahn, man hätte schon richtig pressen müssen.

Unsere Fischmarkttour startete 9:00 Uhr. Führung durch eine echte Tokioterin und Begleitung durch eine Familie aus San Francisco, die zweieinhalb Jahre in Basel gelebt hat. Somit hatten wir ausreichend Gesprächsstoff. Wie klein doch diese Welt ist! Trifft man in Tokio zur Fischmarkttour eine amerikanische Familie die als Expat in Basel gelebt hat. Auf dem Fischmarkt gab es dann alles was man noch nie gesehen hat. Aufzählung spare ich mir. Birgit und ich haben uns eine Portion Thunfisch Sashimi gegönnt und Ricardo konnte an der im Haus gekochten Schnecke nicht vorbei gehen.









Das große Gelände des äußeren Marktes war einfach nur beeindruckend. Auch wenn das Spektakel schon vorbei war und überall nur noch zusammengekehrt und abtransportiert wurde. Hier und da wurde noch verkauft aber nur in sehr geringen Mengen.





Wer ab drei Uhr morgens arbeitet, darf um 10:30 Uhr auch eine Pause machen.

Jetzt kennen wir auch den Unterschied zwischen gelben und rosa Ingwer. Der gelbe ist der bessere, er wird vorher gekocht. Falls man noch Tee, Sake oder Geschirr braucht: Auf dem Markt gibt es alles.



Unser Highlight kam nach dem Markt. Ein Sushi Machkurs. Gekocht wird ja nur der Reis, der Rest ist roh. 🙂 Mut haben unsere Jungs, sie wollten unbedingt zuerst einen Fisch filetieren. Birgit hat uns den Thunfisch aufgeschnitten.



Wasabi kann man klassisch durch Reiben auf einer Hai-Haut herstellen.


Danach ging es ans Machen. Und immer schön Wasser an die Hände sonst kriegt man den Reis nur noch unter fließend Wasser ab. Ich musste zweimal Hände waschen gehen.








Raffi und Ricardo haben es nicht so mit rohem Fisch, deshalb wurde kurz nachgeholfen.

Eine Sake Verkostung gab es auch. Haben wir uns nicht getraut. Der Tag wäre faktisch vorbei gewesen.

Heute habe ich auch gelernt, dass ich Sushi seit fast zwanzig Jahren falsch esse. Richtig ist: Erst nach links drehen, dann mit den Stäbchen greifen, nur den Fisch in Sojasoße tunken, der Reis löst sich sonst ja auf, haha, als ob man das nicht selbst herausbekommt, und dann den Fisch auf die Zunge, den Reis nach oben im Mund. So isst man Sushi. (Linkshänder drehen am Anfang nach rechts.) J Am Anfang dachte ich noch den Fisch muss man doch wegessen können, ging aber nicht. Mein Bauchdecke ist einfach nicht dehnbar genug.

Als unsere Führung und der Sushikoch Feierabend machen wollten, sie waren ja auch schon seit 2 Uhr auf den Beinen, haben sie uns in den Fahrstuhl gerollt und nach unten versandt. Nach ein paar Rollen vorwärts konnten wir auch wieder laufen. Unser Deal mit den Kindern war: Sushi Kurs für uns und Tierpark danach für die Kinder. Die U-Bahn hat uns nach Ueno gebracht und unsere Füße zum Tierpark. Im Park herrschte Volksfeststimmung. An Wegkreuzungen konnte man Planen ausfassen. Damit beansprucht man ein Stück Park und picknickt mit Freundin oder Freunden.


Die Attraktion des Tierparks sind die beiden großen Pandabären. Um das Weibchen mit seinem Jungen zu sehen muss man ebenfalls früh aufstehen. Das Männchen musste alle Besucher erdulden und wurde heute bestimmt mehrere zehntausend mal abgelichtet.

Den Buben hat es gefallen, sie konnten Löwen, Tiger, Krokodile, Gorillas, Pinguine, Eisbären und vieles mehr sehen. Nun brauchten wir nur noch einen Kaffee, einer pro Tag ist einfach zu wenig, etwas Bargeld für die letzten beiden Tage und ein Abendessen. Warum nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und Kaffee und Geld in Akihabara beschaffen. Dazu muss man wissen, Akihabara ist das elektronische Zentrum Tokios. Nachtigall ick hör dir trapsen. Kaffee und Geld war auch schnell gefunden.
Auch die Elektronik.






Im AKB48 waren wir nicht und auch ein Home Cafè mit dienstmädchen-verkleideter Bedienung haben wir gemieden. Aber an einer Sega Spielhölle sind wir nicht vorbeigekommen. Die Jungs haben zwei Runden Super-Mario Rennen gefahren. Ein Glück, das Kleingeld war schnell alle. Sonst würden wir wohl jetzt noch dort sein.

Zu guter letzt gab es Abendbrot bei McDonalds. Birgit und ich wollten einmal eine Mahlzeit aussetzen sonst wäre das wohl nicht passiert. In Tokio bei McDonalds zu essen ist definitiv eine Sünde.

Dafür werden wir wohl ein paar Tage heizen gehen müssen. Nach Hause sind wir klassisch mit Landkarte gekommen. Akihabara war nichts für unser WiFi.

Comments are closed