Ich weiß nicht, wie oft ich mich in den letzten Tagen in Gedanken bei Google bedankt habe. Japan ist so ein einfach mit Google zu bereisen. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich vor ca. 15 Jahren das erste mal in Japan war. Ein europäisches Paar suchte in Tokio den richtigen Aufgang zum Shinkansen. Meine Reiseführer von AMD haben alles für mich übernommen. Ich brauchte nur hinterher zu laufen. Heute gibt man sein Ziel in google maps ein und bekommt genaue Instruktionen für den Weg. Selbst die Farbe der Zuglinie stimmt, die Anzahl der Stationen und die genauen Kosten. Nur mit den Bussen klappt es nicht ganz so gut. So sind wir heute erneut irgendwo gestrandet. Dass wir auf dem falschen Weg waren, haben wir allerdings auch nur durch Google gemerkt.
Auch heute haben wir wieder sehr lange geschlafen. Wir sind spät ins Bett und der Jetlag tat sein übriges. Unser erstes Ziel war der Bambushain von Arashiyama, das Foto, das unseren Reiseführer ziert. Birgit sagt, der Hain spielt auch eine Rolle im Film „Die Geisha“.


Wenn man auf dem Weg viele Japaner Fotos machen sieht, dann kann ein Kirschbaum nicht weit sein.
Die Touristendichte ist sehr hoch. Viele hetzen oft nur durch die Anlagen, von Foto zu Foto. Zum Aufnehmen der vielen Details braucht man allerdings Zeit, muss man sich setzen und zur Ruhe kommen.


Vor allem im Zen Garten des Tenryü-ji Tempels.

Japans Freundlichkeit begegnete uns auch heute mehrfach. Birgit genoss die Unterhaltung mit ihrem Sitznachbarn im Zug und im Bahnhof sprach uns ein Japaner an, um sein Deutsch mal wieder auszuprobieren. Die rosaroten Gummistiefel stimmten uns da zunächst sehr skeptisch.

Das zweite Highlight des heutigen Tages war der Besuch des Fushimi-Inari Taisha. Der Schrein ist zu Ehren der Reis und Sake Götter errichtet. Viele hundert Tore säumen den 4 km langen Weg zum Gipfel des Inari, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf Kyoto hat.

Das Sonnenlicht und seine Reflektionen tauchen die vielen hundert roten Torri in alle Schattierungen der roten Farbe, von einem hell leuchtendem Gelb bis zu einem tiefen Rot.

Während im unteren Teil dichtes Gedränge herrscht wird es nach oben immer dünner bis man dann auch einmal einen leeren Pfad auf Sicht hat.



Man kann auf den vielen Zwischenstationen einen hölzernen kleinen Schrein kaufen und bis nach ganz oben tragen. Steinerne Füchse säumen den Weg. Sie sind die Boten Inari’s und tragen Reisbüschel oder den Schlüssel zum Tür der Reiskammer im Maul. Ganz oben ist man allein und kann den Wind erzählen hören.


Wir hätten uns gern noch den goldenen Tempel Kinkaku-ji angeschaut. Dafür waren wir dann etwas spät dran. Nach 48 Stunden ohne Kaffee, den von heute morgen im Bahnhof Kyoto zählen wir mal nicht mit, konnten wir einem Starbucks dann doch nicht widerstehen.
Den Abschluss des Tages haben wir wieder google überlassen. Eine der Empfehlungen folgend landeten wir in einem kleinen Lokal voller Lokals. Die Nudeln waren köstlich, auch das frittierte Hünchenfleisch.


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